Dienstag, 24. Dezember 2013

Wie Jesus auf dem Surfbrett

Heute hieß es Surfen, oje... Gott sei Dank kann ich davon noch keine Bilder reinstellen, man sieht mich meist im oder unter Wasser, aber selten auf dem Brett. Papa hat sich von uns dreien noch am besten angestellt. Torrins Papa hat uns versucht, die Kunst des Surfens näher zu bringen, während Surfmaster Calum, Torrins Bruder, an gefährlicheren Küsten unterwegs war.

Aber wie immer von vorn: Das Weihnachtsfest der Feuerwehr CFA war sehr lustig, vor allem Mama und Papa konnten ihr lang ungenutztes Tanzbein in voller Stärke schwingen. Die Leute haben uns alle sehr herzlich aufgenommen, keiner wurde augeschlossen. Es gab einen Salatcontest (an dem Torrins Mama Lee nicht teilnehmen konnte, weil sie letztes Jahr gewonnen hatte, aber sie war in der Jury) und einen Dessertwettbewerb. Nach der Bewertung wurde alles den Gästen zum Fraß vorgeworfen. Außerdem sah ich an diesem Abend meinen ersten wildlebenden Koala, der es sich auf einem Baum mit Eukalyptus ganz in der Nähe der Feuerwehrstation gut gehen ließ. Es gab auch 2 Tombolas an dem Abend, um Geld für die neue Feuerwache zu sammeln. Leider habe ich die 5 Dutzend Flaschen Wein nicht gewonnen, sehr zur Erleichterung der Veranstalter, dass sie das Porto nicht zahlen mussten. Weil es dort auch solche Kühlschrankmagneten mit der Buschfeuerwehrnummer drauf gab, habe ich zu Malcolm gesagt, wenn's bei mir zu Hause wieded mal brennt, werde ich die Feuerwehr in Shoreham anrufen.

Abendrot in Shoreham


"unser" Haus
Eingangspforte zum Haus
Am Sonntagmorgen fuhr ich mit Lee auf den Markt, wo ich sehr versucht war, zwei verschreckte Meerschweinchen und einen einsamen Kanarienvogel von ihrem Leid zu erlösen, und das für gerade mal 50$. Aber der Zoll hätte was dagegen. Mittags sind wir dann mit Malcolm in die Kletterhalle nach Frankston gefahren, anfangs taten die Arme zwar ganz schön weh, aber dann wurde es allmählich besser. Mit Torrins Freundin Hannah, bei der wir schon in Brisbane genächtigt hatten, sind wir dann noch Baden gegangen, obwohl es wirklich nicht warm war und außerdem ein kräftiger Wind blies.

Ausbesserungsarbeiten am 4. Haus

Abendstimmung vorm Kamin mit Macadamianussknackern

Den ersten Teil des folgenden Tages verbrachte ich damit, die beiden vorherigen Blogeinträge auszubesseren und mit Bildern zu versehen. Es war eine Menge Arbeit, also schaut's euch bitte an! Nachmittags sind Mama, Papa und ich dann nach Phillip Island gefahren, einer nahegelegenen Insel, zu der man aber anderthalb Stunden fahren muss, weil die Brücke auf der anderen Seite der Bucht an einem Ort namens San Remo ist. Hätten wir ein Boot gehabt, hätten wir von Shoreham einfach rüberfahren können. Neben Phillip Island liegt French Island, eine riesengroße Insel, Naturreservat und kaum besiedelt. Phillip Island selbst ist bekannt für seine Pinguine, Seelöwen und die Koalaschutzstation. Um die Pinguine allabendlich um 9 aus dem Wasser hüpfen zu sehen,  soll man 23$ zahlen, eine Stunde eher da sein und selbst wenn ich Pinguin wäre, würde ich mich nicht im Flutscheinwerferlicht von Leuten auf Tribünen begaffen lassen; na ja, vielleicht mögen sie es oder sind es gewohnt. Aber wir haben dann zwei Pinguine in Brutķästen am Nobbies Point sehen können.  Dort geht es eigentlich um die Seelöwen, die man aber nur auf Bildschirmen (für 5$) oder mit dem Fernglas erspähen kann. Der angelegte Holzweg,  um die Gräser zu schonen, ist ganz schön, aber wenn man in das Seelöwenzenter geht, kann man kaum treten: eine Traube von Menschen vor dem Restaurant, Massen von Asiaten, Indern, u.a., ausgeschüttet aus großen Reisebussen. Ziemlich viel scheint auf Phillip Island sehr kommerziell geworden zu sein. Am Pyramid Rock war es ruhiger, ein aus dem Wasser ragender Fels. Auf dem Rückweg sahen wir mehrere Känguruhs, die man für Ziegen auf einef Weide hätte halten können.  Zwei hüpften auch über die Straße, aber das 2. wieder zurück, nachdem es sich nicht entscheiden konnte und wir mit dem Auto geduldig auf seine Entscheidung gewartet hatten. Zum Abschluss des Tages gingen wir in San Remo fish&chips essen (der Fisch ist dabei meistens Hai, schmeckt sehr lecker und würzig).

Nobbie Point (links hinten Seelöweninsel)

Pinguinnistbox

Pyramid Rock


Känguruhs auf der Weide

 Jetzt ist Heiligabend und auch wenn das in Australien nichts Spezielles ist, gab es ein heiligabendwürdiges Essen, Hähnchen, Kartoffeln und leckeren Salat mit Eiskremkeksen als Dessert. Bei unserem Strandspaziergang vor dem Surfen habe ich in einem Felsenloch auf einem von Ebbe freigelegten Plateau ein Bad genommen, weil Mama dachte, ich würde das nicht machen, hehe. Bilder von dieser Heldentat gibt's später. Papa ist auch ein Held heute, er hat den Herd im Van repariert und diverses anderes gewerkelt, nachdem er gestern die Dachrinne repariert hatte.

Anekdote am Rande: Auf dem Weg zum Phillip Island wurden wir von der Polizei angehalten, weil Papa 100 statt 90 km/h gefahren ist (man misst hier auch von vorne). Nach dem Einsehen der Fahrerlaubnis und dem Blasen ins Röhrchen durften wir mit einem brummigen Kommentar des Beamten ("Mind your speed!") weiterfahren.  Später erfuhren wir von Malcolm,  dass er schon bei 5 km/h zu viel Strafe zahlen musste. Hätten die guten Polizisten Papa wenig vorher nach seinem Überholmanöver gemessen, hätten sie ihn bei 120 km/h erwischt...und das wäre teuer geworden, auch für Deutsche mit Ausländerbonus.

In diesem Sinne: Frohe Weihnacht und fahrt vorsichtig!
Grüße aus dem inzwischen schon sommerlicheren Shoreham,
eure Aussies







Samstag, 21. Dezember 2013

Endlich in Shoreham! Finally arrived!








Es wurde ein hheißerTag in Canberra, wir zerflossen in der Sonne... Als erstes fflüchtetenwir ins New House of Parliament, wo Ober- und Unterhaus des australischen Staates versammelt sind. Da beide Parteien gerade nicht zu Hause waren, konnten wir uns als Besucher umschauen. Auf dem Weg zum Parliament sind wir auch an der beruehmten "Tent Embassy" der Aborigines vorbeigekommen, die aber nur noch ein Schatten ihrer selbst ist.

Christmas Carol (Weihnachtslieder) am Vortag im Commonwealth Park


Das gute Pumpernickel!

Aborigine Embassy


Old Parliament House

Blick zum New Parliament House auf dem Capital Hill




Unterhaus

New Parliament House
 Vor 30 Jahren hatten Aborigine in Zelten vor dem damaligen Parliament House (heute Old Parliament House) demonstriert und ihre eigene Botschaft errichtet. Heute ist davon noch ein Blechcontainer uübrig in dem nur Dreck und alte Zeitungen sind. Etwas weiter davon entfernt sind ein paar Zelte errichtet, sowie eine Menge Mülltonnen mit diversen Botschaften bemalt, auch ein Plakat mit "Stop fracking on our land". Nur von diesem Zeltplatz aus erreicht man nicht viel und die deutschstämmige Mitarbeiterin des Parlaments erzaehlte mir, dass den Aborigine von der Zeltbotschaft mehrfach angeboten wurde, ein eigenes Gebäude bzw eigene Räumezu haben, aber es wurde abgelehnt. Sie bezweifelte auch, dass diese Aborigine alle Ureinwohner vertreten, da es so viele tausend Gruppen gibt und einige davon sicherlich die Chance in einer richtigen Vertretung beim australischen Staat sehen. Es ist sogar schon vorgekommen, dass ein Minister wegen eines aus dem Zusammenhang gerissenen Satzes von wütendenUreinwohnern verfolgt wurde. Das ist also die andere Seite der Medaille.
Danach fuhren wir ins Botschaftsviertel, vornehmlich zur 17 Hunterstreet, wo sich die dänische und norwegische Botschaft befinden. Ein wirklich kleines Gebäude aber immerhin besser als der Iran und Russland, die bislang nur Baugrundstücke haben mit einem Schild drauf. Dann ging's ins National Museum Australia auf der anderen Seite des Lake Burley Griffin, wo es noch mal viel über Ureinwohner,  Flora und Fauna zu lernen gab. Am Interessantesten fand ich den Teil über das Schnabeltier (Platypus) und wie ein Forscher die Greiftechnik des Koalas nutzte, um Kriegsinvaliden zu helfen.
Anschliessend fuhren wir weiter Richtung Süden zum Campingplatz am Lake Hume, an dem es auch einen Pool gab, den wir sofort nach Ankunft nutzten, es war so unglaublich brütend heiß. Wir hatten auf dem Weg nach Hume im Busch mal angehalten und es müssen 50 Grad gewesen sein, eine Wand aus Hitze und Staub. Am Abend regnete es wie aus Eimern und dennoch blieb es schwül. Die Nacht war mehr als tropisch, alle wälzten sich in den Laken, das Einschlafen war unglaublich schwer und alles tat irgendwann weh.

20. Dezember, erste Tat des Tages, schnell in den Pool. Die Sonne schien direkt aufs Wasser, also wurde es auch dort irgendwann zu warm...
Weiter ging's nach Healesville Sanctuary, einem Tierpark bei Melbourne mit australischen Tieren. Bevor wir allerdings dort ankamen, fuhren wir beinahe ueber einen Echidna (Schnabeligel). Er zeigte sich mir allerdings nur von hinten, als ich naeher ranwollte, rollte er sich auf der Strasse zusammen udn Torrin musste einen Stock zuhilfe nehmen, um ihn von der Strasse zu rollen.
Rückansicht eines Schnabeligels (Echidna)

Torrin versucht, den Igel von der Straße weg zu bugsieren


Der Tag im Sanctuary war sehr schön, endlich konnten wir Koalas sehen, zum Schluss zeigte sich sogar das Baby auf dem Rücken. Im Vogelhaus konnte ich Loris füttern und verstehe jetzt die Faszination meines kleinen Cousins für Papageien, auch wenn die etwas größer als Loris sind. Alle Tiere waren von der Hitze etwas müde, viele hatten einen Wassersprenkler im Gehege, der Wombat ließ sich schlafend davon beriesseln. Sehr schoen war auch das Schnabeltier, ein kleines flinkes Tier. Ich habe mir ein Plüschschnabeltier gekauft, ganz niedlich, denn mein Entchen Schnatterinchen ist auf dem Flughafen in Dubai verloren gegangen und wer weiß, ob's noch da ist.
Emu

Koalas


Känguruh

Vogelfütterung

Schnabeltier(fuß)



gemeinsames Fotoanschauen

Der Hut ist beliebt


Schlange. ..GIFTIG!!!


Dann blieben uns noch knapp 2 Stunden nach Shoreham und dort ist es einfach wundervoll. Es war zwar bedeutend kühler und daher ein Temperaturschock, aber die Häuser, die Torrins Vater Malcolm alle selbst gebaut hat, sind so schoen, ich habe mein eigenes Reich im Obergeschoß, super!

Heute waren wir auf dem Markt auf den Emu Plains in Balnarring, da gab es lauter handgemachte Sachen, Essen aus Eigenanbau, Schmuck, usw. Das ganze fand neben der Trabrennbahn statt, die als Parkplatz benutzt wurde. Heute Abend findet die Weihnachtsfeier der Feuerwehr statt, man darf gespannt sein...
Kunst aus Altmetall

Emu Plains Market


Mit besten weihnachtlichen Grüßen, (der Weihnachtsbaum ist schon geschmückt)
eure Aussies
Idyll mit Weihnachtsbaum

Mittwoch, 18. Dezember 2013

Mücken und Blutegel


Endlich Meer!

So, jetzt geht's weiter, der Caravan Park in Canberra hat Internet, Papas Tablet hat inzwischen schon den Geist aufgegeben...und ist heute von den Toten wieder auferstanden.

Brisbane Richtung Norden verlassend, gelangt man über den Steve Irwin Way zu den Glasshouse Mountains, mehreren Felsen, die wie aus dem Nichts in die Höhe ragen. Alle gehörten laut einer Legende der Aborigines zu einer Familie, die durch den Egoismus eines Sohnes auseinanderging. Wir erklommen den Tibrogargan auf einem sehr steilen Weg, ich bin nicht ganz mit bis zum Gipfel, weil es so schwül war und ich die entsprechende Aufmerksamkeit zum Klettern nicht mehr aufbringen konnte. Koalas sahen wir keine, aber wir hörten das Lachen des Lachenden Hanses (Kookaburra).
Aufstieg zum Mt. Tibrogargan



 Danach fuhren wir wieder in unsere eigentliche Reiserichtung, Süden, und machten Station im Regenwald bei Murwillumbah.
Kookaburra auf dem Dach des Campervans

Von dort aus ging es in den Nationalpark Border Ranges, in dessen Regenwald wir eine zweistündige Wanderung unternahmen. Zu schaffen machten uns dabei vor allem die vielen Mücken und springenden (!) Blutegel, sogenannte "leeches". Zu hören waren neben den ueblichen Kookaburras auch kleine Froesche mit einem grossen Klangkörper, die das Forschungsobjekt einiger Studenten waren. Danach fuhren wir noch den Rest des Scenic Drive zu Ende, der quer durch den Nationalpark führte.


vorher...

...und nachher, unten noch ein Zikadenkonzert:




Dienstag, 10. Dezember 2013

Australia, Brisbane!

Hallo alle zusammen,

es ist jetzt 7 Uhr früh und ich habe ausgeschlafen. Die Eltern sind noch etwas müde, weil sie auf der Verkehrsseite des Hauses geschlafen haben.
Aber  von vorne: Früh halb 7 fuhren wir von DD nach Frankfurt, wo wir viel Zeit zum Warten hatten. Diese Zeit nutzten wir, um uns auf dem Flughafen mit Muttis Großcousine Christine Brossier zu treffen. Der Flug nach Dubai war sehr anstrengend, obwohl er nur 5 Stunden dauerte, aber der frühe Aufbruch und das lange Wartem, sowie bei mir eine Erkältung taten ihr Übriges. Der Weiterflug nach Brisbane war erstaunlicherweise viel entspannter,  obwohl er 13 Stunden dauerte. Gestern 6:05 Australian Eastern Standard Time (21:05 MEZ) sind wir in Brisbane gelandet. Nach einer schier endlosen Sicherheitskontrolle kamen wir endluch raus (der Zollhund fand Muttis Schnitten sehr interessant), wo Torrin und ihre Mutter Lee uns in Empfang nahmen. Lee musste dann gleich weiter, um ihren Flug nach Melbourne zu bekommen.  Wir bezogen Quartier in einem Haus von Torrins Freundin und zogen trotz Jetlags (oder gerade wegen) los zu einer Stadtrundfahrt auf dem Fluss. Bei gewissen Persönlichkeiten nickte der Kopf ab und an nach unten... Danach haben wir uns völlig entkräftet hingelegt zum Mittagsschlaf, es war so unglaublich heiß. Dann setzten wir uns mit Torrin auf die Terrasse zu einem leichten Lunch und abends kochte Torrin ein vorzügliches Essen.
Komisch ist es übrigens schon, wenn bei 30 Grad Weihnachtsdekoration auf dem Boot ist, einzig angepasst war eine Yacht, auf der ein Weihnachtsmann in Badehose als Gummifigur zu sehen war. Außerdem sahen wir mehrere Echsen.

Haushund Yogi (10 Wochen)

Skyline Brisbane
So, jetzt ist es halb 8 und schon viel zu warm... Heute wollen wir weiter zu den Glasshouse Mountains.
Bye, eure Aussies




Montag, 4. Juli 2011

Adjø, adjø - Norwegen ABCø

A wie Alkohol. In allen skandinavischen Ländern ein heißbegehrtes Gut, in Norwegen umso mehr, denn es ist rar. Ab ca. 4‰ gibt's alkoholhaltige Getränke nur noch im Vinmonopolet (Weinmonopol) zu kaufen und da wird es so richtig teuer. Aber auch der ordinäre Supermarkt mit den Bierdosen für den kleinen Mann hat es in sich, denn ab einer bestimmten Uhrzeit wird kein Bier mehr verkauft, oft ist 18 Uhr Schluss. Wer also erst zur Sandmannzeit draufkommt, sich ein Bierchen zu gönnen, der wird nicht mehr betrunken. Trotz allem oder gerade deswegen ist Alkohol populär wie kaum etwas anderes und das sowohl bei der jungen, als auch der erwachsenen bis älteren Bevölkerung. Mag das auch in Schweden und Finnland der Fall sein, aber nur in Norwegen haben es zwei deutsche Begriffe geschafft, sich in die norwegische Trinkkultur einzuschleichen: "vorspiel" und "nachspiel". Bedeutet also, man betrinkt sich vor und nach dem Kneipenbesuch, denn es ist immer noch billiger, sich zu Hause etwas anzutrinken, als in der Kneipe tief in die eigene Tasche zu greifen. Umso amüsanter ist es für die Norweger, dass das Wort Vorspiel im Deutschen mehr im Zusammenhang mit dem benutzt wird, was vor dem Konglomerat von Mann und Frau kommt.

B die Berge. Von denen gibt es in Norwegen sehr viele und imposant sind sie alle mal, ob die aus dem nichts auftauchenden Berge ganz im Norden in Troms oder imposante Gebilde wie Jotunheimen oder Hardanger. Da hausen natürlich auch die Trolle, oder angeblich. Für einen Norweger allerdings keine Frage: natürlich!

   der Brunost. Eines der grässlichsten, aber hochpopulärsten Produkte Norwegens, in der Beliebtheitsskala weit über dem Alkohol, weil notwendiger. Nun ja, das ist ja manchmal nicht so ganz klar... Brunost, oder Braunkäse auf deutsch, ist und bleibt...auf jeden Fall kein Käse! Es gibt ihn nur mit Ziegenmilch, mit etwas Kuhmilch und man legt ihn gern in eine Lefse (einer Art Eierkuchen), wo er dann schön zerläuft, iiiih! Ich habe es probiert, ich habe es probiert, aber auch nach zuletzt bestehender Hoffnung ist es mir nicht gelungen, dieses urnorwegische Produkt in mein Gaumenherz zu schließen. Dabei muss man nicht einmal als Norweger geboren sein, um es zu mögen, denn leider musste ich von vielen Ausländern, auch Deutschen, erfahren, dass diese es sich nicht einmal "lernen" mussten, den Brunost zu mögen. Ihr seht, ich stehe in dieser Hinsicht auf verlorenem Posten.

C wie Computer. Punkt 1 ohne den viele Norweger aufgeschmissen wären. Besonders beliebt, das Neueste vom Neuesten, also MacBooks von Apple. Ansonsten ist Norwegern sehr bevolkert von älteren HC- und Dellmodellen. Etabliert hat sich auch das Apple iPad, welches es dem gemeinen Norweger noch einfacher macht, immer und überall Emails abzurufen und im Internet Zeitung zu lesen. Oder, die Unweiten von Facebook zu erforschen.

D Deutsch. Deutsch ist etwas, was viele Norweger gerne verstecken. Fast jeder in der heutigen Erwachsenengeneration hat es in der Schule gehabt, 2 Jahre, 4, Jahre, 5, Jahre oder auch 10 Jahre, wie beliebt. Kenntnisstatus danach: unabhängig von Lernzeit sehr unterschiedlich. Genies wie Per Nymoen (-->) können es nach 2 Jahren in der Schule und einer vergangenen Zeitspanne von 40 Jahren immer noch gut, andere eben nicht so. Aber irgendwann rutscht jedem Mal ein kleines deutsches Wort raus, gerne Wörter wie "schnell, schnell", "sch****", "zack, zack" oder ein sehr populärer Spruch über die Präpositionen: "an, auf, hinter, in, neben, über, unter, vor, zwischen".
  
   Dialekte gibt es in Norwegen wie Sand am Meer und können manch Deutschen zur Verzweiflung treiben. Spricht man in einem Tal diesen Dialekt, ist es einen Kilometer weiter schon wieder ein anderer. Man unterteilt aber zum besseren Verständnis in großflächige Dialektgebiete: Sørlands- und Østlandsdialekt, besonders hervorzuheben beim Sørlandet ist Kristiansand S(üden), weiterhin der Oslodialekt, dann die Dialekte in Oppland und Hedmark, besonders hervorzuheben ist der Gudbrandsdalsdialekt, die Vestlandsdialekte mit Stavanger, Bergen, Førde und Kristiansund N als Zentrum. Darauf folgt der Trøndelagdialekt in und um Trondheim in Nord- und Sør-Trøndelag, sowie der Nordlandsdialekt um Mo i Rana, Bodø und Narvik. Speziell wird es dann noch einmal in Troms und der Finnmark. In Målselv in Troms spricht man kurioserweise aber mehr einen Østerdalsdialekt, keinen typischen Tromsdialekt.

E wie EU. Die Europäische Union hat es bisher bekanntlich noch nicht geschafft, Norwegen und die Norweger für sich einzunehmen. Zwei Mal gab es eine Volksabstimmung und zwei Mal wurde abgelehnt. Heute meinen viele Norweger, dass Norwegen aber trotzdem quasi schon zur EU dazu gehört, denn durch das Schengen- und weitere Abkommen, werden viele Produkte und Prozesse durch EU-Richtlinien beeinflusst, z.Bsp. der Datumsstempel auf Eiern, die eigentlich noch länger drauf sind, als drauf steht.

    Elch. Überall sieht man ihn, auf Straßenschildern, Autoaufklebern, Anstecknadeln, usw. Nur ich, die so viel in Norwegen mit dem Auto gereist ist und nun fast ein Jahr in diesem Land verbracht hat, habe keinen einzigen lebenden oder verschiedenen zu Gesicht bekommen. Einmal, als wir während des Ankunftsseminars von Trondheim nach Selbu zurückfuhren, sah man ein paar Schatten am fernen Waldesrand, aber das würde ich mal nicht einen Elch sehen nennen.  Besonders elchlos war es gerade dort, wo "außergewöhnlich große Elchgefahr" bestand, habe ich das Gefühl. Das ist mir aber allemal lieber, als die Begegnung mit einem Elch mit dem Auto, was in Norwegen zahlreich passiert und nicht selten mit schweren Verletzungen oder schlimmer endet.

F Fußball! Man glaubt es nicht, aber Norwegen ist ein total fußballverrücktes Land, auch wenn wir als Deutsche höchstens Rosenborg Trondheim kennen, die es schon mal in den UEFA-Cup geschafft haben. Andere Toppklubs sind der Osloer Heimverein Vålerenga, Lillestrøm, Brann aus Bergen, Tromsø, Start aus Kristiansand S oder Fredrikstad. Bei Heimspielen von Vålerenga fühlt man sich in der U-Bahn schon mal wie vor einem Dynamospiel. Der Fußballverband ist auch größer als der Skiverband und bis vor kurzem waren 90% der Norweger laut einer Umfrage überzeugt, dass es die norwegische Nationalmannschaft der Herren ins Endspiel der EM schafft. Nun ja, nach dem letzten Spiel gegen Litauen dürfte diese Zahl bedeutend kleiner geworden sein und viele Klubs spielen besser als die Nationalmannschaft. Die Frauen spielen da, auch wenn es sich gerade bei der WM nicht so zeigt, besser.

  Fliegen. Kein Volk der Welt fliegt mehr im Inland umher als die Norweger. Rein statistisch gesehen, befindet sich 1/3 bis die Hälfte aller Norweger ständig in der Luft. Fliegen, das ist wie Busfahren, viele Pendler fliegen nicht nur am Wochenende nach Hause, sondern mehrmals in der Woche. Bekannteste Fluggesellschaften sind SAS aus Schweden und Norwegian.

  Fisch. Das Brot Norwegens, mittlerweile auch in Fischfarmen angezüchtet und durch die vielen Medikamente eine Gefahr für den Wildfischbestand.

  Facebook. Die heimliche Regierung Norwegens. Das "soziale" Netzwerk ist zu einem der Hauptkommunikationsmittel des Landes geworden. Jedes Unternehmen, das etwas auf sich hält, ist dort vertreten, jedes Handy hat Facebook als Anwendung gespeichert. Mich, die doch eigentlich schon einmal dort ausgestiegen war, hat mein Klettertrainer der ersten Stunde, Chris Allan, wieder drauf gebracht und bat mich inständig darum, da die Klettegruppe darüber viel abspricht. Hauptsächlich habe ich es aber wohl deshalb getan, weil ich damals, im Herbst vorigen Jahres, Hals über Kopf in ihn verliebt war und es wohl eigentlich als eine Tat hormonellen Überschusses wieder rückgängig machen sollte, aber jetzt, da ich nach Hause fahre, ist es zum Kontakthalten sehr nützlich. Und wer sich Zeit nimmt, und die Sicherheitseinstellungen durchforstet, der kann diese Plattform auch beruhigt benutzen.

G Golf. Golf, das ist ja kein Sport, aber jedes Dorf, jede Stadt, die etwas heißen will, hat eine Golfbahn. In Oslo gibt es davon natürlich mehrere und auch Golfzentren, wenn es mal regnet oder im Winter der Schnee liegt.

  Gleichberechtigung...ist in Norwegen das A und O. Frauenquote, mehrere weibliche Parteichefs, allen voran der Hausdrachen namens Siv Jensen, usw. Teilweise wird die Frauenquote aber auch recht aggressiv betrieben, es ist z.B. sehr ungewöhnlich, länger als ein Jahr nach der Geburt des Kindes zu Hause zu bleiben, lieber sollte frau schnell zurück in die alte Arbeit.

H wie Handy, Punkt 2 ohne den in Norwegen gar nichts geht. Ständig sitzen die Norweger mit irgendeinem Handy herum, telefonieren tun sie dabei meist nicht. Das erste, was ein Osloer U-Bahn-Gast tut, ist hinsetzen und Handy zur Hand nehmen. Munter wird auf dem berührungsempfindlichen Bildschirm hin und her gerudert. Beliebteste Modelle sind die ständig erneuerten iPhonemodelle oder htc-Telefone, allgemein gesagt sogenannte Smartphones, also mit besagtem Bildschirm. Größte Telefongesellschaften sind Telenor, NetCom und Tele2.

  Humor haben die Norweger, auch wenn es das Klischee nicht unbedingt vorschreibt. Und wenn man den Humor eines Landes und einer Sprache versteht, dann hat man sie wirklich verstanden. Norwegen hat viele Komödianten, u.a. das alljährlich stattfindende Sommergelächter (sommerlatter) auf der Aker Brygge in Oslo, wo wir mit der Arbetit zum Sommerfest waren, oder die Sendung "Nytt på nytt" (Neu auf neu), in der die Geschehnisse der Woche diskutiert werden.

I wie Internet, Punkt 3, ohne den Punkt 1 und Punkt 2 aufgeschmissen wären und somit auch die Norweger. Internet gibt es fast überall in Norwegen, entweder über die Netze der Telefongesellschaften oder, abgesehen von Privathaushalten, in Hotels. Jedes noch so kleine Hotel hat Internet, besonders die einsam gelegenen Berghotels. Wer also die absolute Abgeschiedenheit sucht, muss schon etwas erfinderischer werden. Komischerweise hat das Hotel des norwegischen Olympiastützpunktes (mit der einen nervigen Klimaanlage) als eines der letzten Internetanschluss bekommen, wo doch auch der Sport heutzutage sehr davon abhängt.

J wie Journalismus. Diesen sollte man in Norwegen vorsichtig genießen. Zeitungen wie VG (Verdens Gang, der Gang der Welt) oder Dagbladet ähneln eher der Bildzeitung als einem seriösen Medium. Die Osloer Zeitung Aftenposten erinnert eher an übliche Lokalblätter, wie die Sächsische Zeitung. Aber fast keine norwegische Zeitung kommt ohne große Buchstaben und mehrzeilige Schlagzeile aus oder ohne ein Verb in derselben. Beispiele: "Alle nehmen einen Biss von der Frp" (Frp ist die Fremskrittsparti, also Fortschrittspartei), "Schreiben Strauss-Kahn ab" oder "Wirft Großfavoritin Sjarapova raus".

K wie Kjell, mein bester Freund in Norwegen. Hier hat sich für mich eines verfestigt: Eine richtige Freundschaft ist es, wenn man sich zwar nicht so oft sieht, aber dafür bei den Gelegenheiten umso mehr miteinander verbringt und Kontakt hält, sich vor allem ohne viel Aufhebens versteht. Ohne Kjell wäre es nicht dasselbe schöne Jahr gewesen, ich dachte ja nie, dass wir beide mal so gute Freunde werden würden, denn jeder scheint irgendwie ein Stück von ihm abhaben zu wollen und ich kleines Hansel habe nicht nur ein Stück, nein ich habe einen ganzen Freund bekommen. Ich konnte immer mit ihm reden, vor allem als es mir in der ersten Gastfamilie nicht so gut ging, und er weiß immer einen guten Rat. Er ist eben einfach mein Freund.

   Klettern hat mir beim Bekanntschaften schließen sehr geholfen und ohne das Klettern hätten auch Kjell und ich uns nie kennen gelernt. Im ersten Halbjahr habe ich ja sehr viel geklettert, im zweiten Halbjahr lief es durch die Skisaison und das relativ früh wegfallende Gemeinschaftstraining eher spärlich, was mich zwar ärgert, aber so ist es nun einmal. Dafür habe ich nach einem Hartkletternachmittag mit Kjell am Samstag jetzt immer noch einen stattlichen Muskelkater in Armen, Rücken und Beinen.

  Krimi. Der Osterkrimi ist in Norwegen ja obligatorisch. Regelmäßig erscheinen zu Ostern die neuesten Kriminalgeschichten, ob von Jo Nesbø (den ich übrigens jetzt mal beim Klettern gesehen habe, laut sch**** nach einem Fall rufend), Anne Holt oder Gunnar Staalesen, dem Urheber von Privatdetektiv Varg Veum. Dass so viele Krimis gibt, weil in Norwegen nichts passiert, glaube ich nicht, Missbrauchsfälle, Drogen und Morde, das alles gibt es in kleinen Dörfern oder auch in Oslo.

 Königshaus. Harald, Sonja und Co. sind noch beim Volk beliebt, aber wie lange ist die Frage, ob nach dem derzeitigen Kronprinzen Haakon seine Tochter Ingrid Alexandra den Thron besteigen wird, ist fraglich. Der König war während des Krieges eine wichtige Stütze des norwegischen Volkes, jetzt merkt man aber nicht mehr so viel davon. Viele Norweger meinen, die Monarchie sei nicht unbedingt notwendig, aber ohne ist es auch nicht schön. Das norwegische Königshaus ist auch weitgehend skandalfrei, bis auf Prinzessin Märtha-Louise und deren Mann Ari Behn; sie, eine esoterische Engelsverfechterin mit zweifelhaften Aussagen (sie könne mit den Toten sprechen, dies behauptete sie aber nur solange, bis sie von der norwegischen Presse niedergemacht wurde), er ein Skandalautor erster Güte. Deren Kinder haben es auch nicht besser: Sie heißen Leah Isadora, Maud Angelica und Emma Tallulah.

L wie Langlauf. DER norwegische Nationalsport schlechthin, aber auch das Streitthema schlechthin. Jeder Norweger hat in seinem Leben einmal auf Langlaufskiern gestanden, die meisten führen es auch weiter. Langlauf ist immer und überall präsent, ob Schnee liegt oder nicht. Starläufer Petter Northug jr. könnte man auch gleich zum Nationalheiligen küren, auch oder gerade weil er manchmal so provokant auftritt, aber vor allem, weil er der Presse unzählige Schlagzeilen beschert. Was kann wichtiger sein als er? Für die Zeitung VG war der Bombenangriff auf Südkorea im Vergleich zur Gesundung des Herrn Northug eher Nebensache. Die dramatische Art der norwegischen Medien führt gepaart mit der tiefen Verwurzelung des Langlaufs in der norwegische  Kultur aber auch zu einer gewissen Überempfindlichkeit, siehe Teamsprint Düsseldorf im Dezember 2010. Ziel ist immer, bester zu sein, immer und überall, die meisten Sponsoren, usw. Da kann man sich als andere Sportart schon einmal benachteiligt fühlen. Aber, was soll man sagen? Die Resultate der Ski-WM in Oslo sprechen für sich mit Norwegen als bester Nation. Steigern ist da schwer möglich, aber nicht für Norwegen.

M wie Mode. Nicht ganz so wichtig wie in Schweden vielleicht, aber auch die Langläufer putzen sich heraus, sobald sie den Skianzug in den Schrank hängen. Es gibt eine Osloer Modewoche, die aber kaum Beachtung findet. Norwegerinnen sind oft sehr schick, beliebt sind Perlenohrstecker, es darf ruhig kurz und luftig sein, auch wenn eisiger Wind weht. Ab zweistelligem Temperaturbereich wird die Winterjacke ausgezogen und das Hemd aufgeknöpft.

N na klar, Norwegisch. Norwegisch ist für einen Deutschen aufgrund der extrem vielen Gemeinsamkeiten rein vom Vokabular sehr leicht zu erlernen, die Grammatik ist sogar oft noch einfacher. Als Hindernis erweist sich oft die gesangshafte Sprachmelodie oder das bei Dialekten sehr häufig vorkommende Nuscheln. Norweger lieben es, wenn man Norwegisch spricht und entweder bemühen sie sich ganz doll, ordentlich zu sprechen oder sie reden mit einem Wortschwall auf dich ein. Manchmal ist mir Norwegisch fast etwas langweilig oder zu normal geworden, aber es wird mir so komisch vorkommen und fehlen, zu Hause wieder Deutsch zu sprechen, oder allgemein eben nicht mehr Norwegisch.
Gewisse Phrasen werde ich bestimmt lange auch im Deutschen behalten: "oi" (Universalausdruck für Freude, Erstaunen, Sorge, usw.), "jøss!" (Du lieber Himmel!, da kann man auch sagen "Himmel og ha!") oder die Ausdrücke "ja vel" und "nei vel" (jeweils als "aha" auf positive oder negative Aussagen zu verwenden, nicht als Jawohl!).

  Nation. Norwegen ist eine stolze Nation, das beweist sich besonders am 17. Mai, dem Nationalfeiertag, in den Wimpeln, die jeden Tag an jedem Haus wehen oder auch bei etwas hoffnungslosen Spielen ihrer Fußballnationalmannschaft. Man ist solidarisch.

O wie Oslo. Die Hauptstadt Norwegens mit eigener Fylke (Distrikt oder Bundesland) hat laut neuesten Berechnungen etwa 600.000 Einwohner, ist von der bebauten Fläche her aber deutlich kleiner als Dresden. Zählt man den Wald mit, ist Oslo wiederum viel größer, sogar vier Mal größer als Paris. Oslo ist durchaus sehr alt, aber davon sieht man nur noch sehr wenig, denn es brannte mehrmals nieder (es war ja alles aus Holz) und blieb auch während des 2. Weltkrieges nicht verschont. Oslo bietet viel: Ruhige Natur, Mulitkulti im Stadtteil Grünerløkka, Kultur in der Oper, Baden im Meer, Inselromantik und es ist nicht zu groß und nicht zu klein, zumindest genau richtig für einen Dresdner. Oslo ist wie ganz Norwegen auch Heimat vieler Einwanderer, vor allem afrikanischer Muslime, viele wohnen in Grønland oder Randbezirken. Integration klappt hier viel besser als in Deutschland, es gibt gut bezahlte Jobs, Sprachkurse, usw.
Oslos Nachteile liegen in der Kriminalität, die vor allem rund um den Hauptbahnhof floriert, also Drogen. Die Polizei hat dort 24h-Dienst. Kürzlich wurde aber leider auch ein junger Mann völlig ohne Motiv und zufällig Opfer eines Mordes, als er annahm, ein bestimmtes Auto sei ein Pirattaxi, daraufhin kam ein anderes Auto um die Ecke, und der junge Mann wurde einfach so durch einen Kopfschuss getötet, denn wie die Polizei heute weiß, war es kein Pirattaxi und in kriminellen Kreisen kann eine einfache falsche Aussage zu solch schlimmen Sachen führen. Außerdem gibt es wie in ganz Norwegen auch viele Einbrüche, Raub- oder "normale". Fast jedes Haus und jede Wohung hat daher eine Alarmanlage.

Nun ja, wenn man sich aber nicht gerade mitternachts am Hauptbahnhof rumtreibt, lässt es sich in Oslo ruhig und sicher leben, das vergesst nicht.

P wie Preise. Die unendliche Geschichte, aber in fast allem ist es außerhalb Norwegens billiger. Dies hat allerdings auch zum Nachteil, dass man dazu geneigt ist, im Ausland zu viel Geld auszugeben, denn wie viel würde das in Norwegen kosten? Das Dreifache, mindestens! So ähnlich erging es mir in Madrid und Rom. Weiter werde ich dieses Thema nicht vertiefen, da wird man nie fertig.

   Per Nymoen. Eine besondere Ausgabe der Gattung Homo sapiens und mein Chef im Skiverband! Ein überaus netter und umgänglicher, fürsorglicher Mensch, ohne den in Norwegen vieles nicht so gut gelaufen wäre, zumindest nicht für mich. Da habe ich echt Glück gehabt, tusen takk skal du ha, Per! Mir missfallen nur ein paar kleinegroße Dinge: Die vielen Telefonate, Emails und der Stress. Immerhin habe ich es geschafft, ihn seit sieben Jahren das erste Mal wieder zu einem Herzcheck zu überreden!!!

Q

R

S wie Sport. Sport, das habt ihr ja sicher schon gemerkt, wird in Norwegen immer groß geschrieben. Ob Fußball, Langlauf, Biathlon, Abfahrt, Radfahren, Orientierungslauf - Sport bewegt und Sport erregt, vor allem die Gemüter. Ohne Sport wären die Zeitungen aufgeschmissen und die Norweger nicht so schlank, wobei auch das Übergewicht langsam Einzug hält.

T wie Troll. Norwegisches Waldhaustier, das selten jemand zu Gesicht bekommt. Nur zu kaufen als Mitbringsel im Souvenirladen.

U wie U-Bahn. Das Leiden des Osloer Nahverkehrs, gleich nach dem NSB (Zug). War ich im Vorjahr noch sehr zufrieden, bin ich es dieses Jahr weniger: So viele Ausfälle, Signalstörungen, Baustellen hat die Welt noch nicht gesehen und dann geht wirklich nichts, gar nichts! Konsequenz sind übervolle Busse und Straßenbahnen. Dabei gibt es nur sechs U-Bahnlinien, die auch nur aller 15 Minuten kommen. Ich darf kurz an Madrid erinnern, mit weitaus mehr Linien, einer Station für jede Linie und 3-Minutentakt! Jaja, ich weiß, Oslo ist nicht Madrid, aber die Osloer Bahnbehörden sollten mal eine Fortbildung machen.

V wie Vergangenheit. Oft leben die Norweger rein grammatikalisch gesehen in der Vergangenheit, treffendstes Beispiel ist, wenn man zu Mittag isst und sagt: "Det var godt!" (Das war gut - auch wenn es immer noch schmeckt.) Oder man ist zusammen unterwegs und trifft jemanden Bekannten auf der Straße, noch bevor man diesen aber erreicht, sagt man schon: "Det var Fredrik!" (Das war Fredrik - auch wenn er immer noch da ist.)

W das Wetter. Damit kann man auch in Norwegen immer ein Gespräch beginnen. Zurzeit ist es vor allem in Südnorwegen sehr unstabil, was es nicht gerade leicht macht, aber die Temperaturen sind über 20°C und das ist mehr, als man für einen norwegischen Sommer verlangen kann. Ich wünsche kein Winterwetter, wenn ich morgen nach Hause komme, das merkt euch gut, 13 Grad, das ist ja wohl nicht euer Ernst, im Juli!

X

Y

Z wie Zeit. Die Zeit verlief anfangs normal, dann manchmal schleppend, dann wieder unglaublich schnell und ganz zum Schluss ziemlich träg. Aber es war eine sinnvolle Zeit.





Ja, da war's passé, das Jahr in Norvège. Ich möchte an dieser Stelle ein ganz spezielles Dankeschön nicht nur an Per, Kjell, Ståle, und viele andere richten (die wissen sicher, dass sie gemeint sind), sondern vor allem an meine liebe Gastfamilie mit Marit, Bjørn, Karianne, Timo und Julian! Ohne euch wäre ich sicher nicht so lange in Norwegen gewesen, ihr habt mir mein Jahr gerettet! Damit ist auch Pers Frau Kjersti eingeschlossen, ohne die der Kontakt zur Familie Kummeneje/Grinde nie zustande gekommen wäre. Tusen tusen takk til deg, Kjersti, du er min helt! Ich bin meiner ersten Gastfamilie durchaus dankbar, dass sie auf Pers Aufruf reagiert und mich aufgenommen hat, aber ich war dort zum Schluss so einsam und ein Jahr bei einer Familie zu wohnen, ohne eine Verbindung aufzubauen, das ist kein Leben, genau so nicht, wie sich bis zum Schluss anzupassen und zu verbiegen. Ich danke meiner Gastfamilie, weil sie mir den Glauben an eine nette und sichere norwegische  und Gastfamilie wiedergegeben hat und ich bei ihnen immer herzlich willkommen bin. Vor allem, weil ich jetzt sagen kann: Ich habe eine norwegische Familie.


Henrike.

P.S.: Je nach Einfallsreichtum und Bedarf wird diese Liste verlängert. Es folgen als nächstes voraussichtlich ein paar Fotos.