Montag, 14. Februar 2011

HALBZEIT - und wieder eine Strumpfhose weniger

Von wegen lustige Reise... Nach einem Hurra! schon ein halbes Jahr Gefühl war mir zunächst schon zumute, aber das sollte dann schnell vergehen.
Am Mittwoch sind wir abends ins Flughafenhotel aufgebrochen und haben uns dort mit allen Athleten des Langlauf, Skispringens und der Nordischen Kombination sowie deren Leitern getroffen. Donnerstagmorgen ging es dann mit dem Bus los in Richtung Örnsköldsvik. Die Busfahrt hat um die 12 Stunden gedauert, aber es war überhaupt nicht langweilig, man hat ja lustige Reisegefährten und einen DVD Spieler im Bus, wobei ich den Film über das wahrlich nicht sehr schöne Leben von Matti Nykänen eher zwiespältig fand, vielleicht war er aber auch nur war, er handelte jedenfalls nur sehr wenig vom Skispringen, mehr vom Saufen. Im Zimmer war ich dann mit Lydia, einer Trainerin eines Sportgymnasiums. Freitag hieß für mich auch fast wortwörtlich frei Tag, denn die Arbeit begann für Per und mich erst zur Mittagszeit mit dem Jurytreffen, in der Per Mitglied war, und der Teambesprechung.
 So geht es in einer Wachsbude zu - Ohren zuhalten! :


Gemeinschaftswachsen: Björnar und Öyvind
 Doch es waren nicht nur Teams aus Norwegen, Schweden und Finnland (der Wettkampf hieß ja schließlich Nordischer Juniorenlandswettkampf), sondern auch aus den USA vertreten. Der Sprint im Langlauf sollte nicht vor dem späten Nachmittag beginnen, sodass Per und ich noch eine Runde in der 5km Strecke drehen konnten. Während des Sprints habe ich dann vornehmlich angefeuert und Ersatzskistöcke parat gehalten. Abends bewies ich dann einen guten Hunger, nur leider blieb das Essen nicht drin. Völlig unerwartet wachte ich nachts mit einem Gefühl von Übelkeit auf und musste brechen. Bis Samstagmittag dann insgesamt vier Mal, wobei sich jeder sicherlich denken kann, dass die letzten Male dann vornehmlich aus leckerer Magensäure bestanden - das macht Laune! Aber ich war froh, dass ich nachts nicht alleine war, sondern auch Lydia noch im Zimmer war und mir etwas beistand.
Das war's dann natürlich mit dem Nordisk Juniorlandskamp für mich. Dabei wollte ich so gern auch mal das Meer vor Örnsköldsvik sehen, naja, so musste ich mich mit der Aussicht aus dem Hotelzimmer begnügen und mich zum Essen und Trinken zwingen. Knäckebrot und Reiswaffeln sind ja auch nicht das Spannendste, aber mehr vertrug der ventriculus eben nicht. So lag ich den ganzen Samstag darnieder und am Sonntagmittag ging es dann mit dem Bus zurück nach Hause. Der einzige gehaltvolle Film des Tages war "Stalingrad", die anderen waren teilweise so ein Quatsch, dass sich mein Magen wieder daran erinnerte, dass ihm die Busfahrt nicht besonders gefiel. Diese war dann glücklicherweise eher als gedacht in Gardermoen beendet und so war ich "schon" um 1 zu Hause. Der Magen war damit auch nicht sehr glücklich, denn abgesehen von etwas Knäckebrot war er völlig leer und tat dementsprechend weh. Deshalb musste ich am nächsten Tag dann auch das Projekt NormalEssen in Angriff nehmen.

Ganz klar: Es nähert sich ein Elch von links!

Glücklicherweise ging es mir am vorigen Mittwoch dann schon wieder so gut, dass ich mittags in die Jugendherberge Haraldsheimen in Oslo zum Midtermseminar fahren konnte. Dort habe ich dann natürlich alle Freiwilligen vom Ankunftsseminar Selbu wieder getroffen, besonders gefreut habe ich mich auf Zsófi aus Ungarn und Annija, die ich, obwohl Annija in Oslo wohnt, lange nicht gesehen hatte. Außerdem waren noch viele andere Freiwillige von den beiden anderen Ankunftsseminaren Öystese und Mandal da. Insgesamt waren wir wohl an die 70 Freiwilligen. Nach der Begrüßung und dem Einchecken (ich war mit drei Selbu-Leuten auf dem Zimmer: Zsófi, Victoria und Sina) haben wir draußen ein paar Spiele gemacht, die dann bei Dämmerung im Inneren fortgesetzt wurden. Natürlich haben wir auch wieder unser Spiel der Spiele, "Ligretto", gespielt...
Mein Norwegenfreiwilligenweiblein


Sicherheitskontrolle im Stortinget
im alten Oberhaussal

der heutige Plenarsaal

Nach einer reichlich kurzen, zumindest nicht sehr schlafreichen Nacht, in der mein Adrenalinspiegel unter Beweis stellte, dass er noch bei Panik oder Hektik, wenn man nicht schlafen kann, funktioniert - war ich mit der Gruppe 2 (wir waren in zwei Gruppen aufgeteilt) in Oslo unterwegs. Glücklicherweise war ich recht wach, es wurde ein schöner Tag. Zuerst machten wir uns auf ins Stortinget, das ist das norwegische Parlament. Wir betraten es über den Eingang auf der Akersgata durch den modernen, etwas hässlichen Teil, aber der alte Teil ist sowohl äußerlich als auch innerlich sehr schön. Früher gab es im Stortinget wie in Großbritannien ein Ober- und Unterhaus. Das gibt es aber seit ein paar Jahren nicht mehr, deshalb ist der Saal des Oberhauses jetzt eine Art Festlichkeitssal, wenn Gesetze abgeschlossen werden und der König zugegen ist. Der Saal des Unterhauses ist zum Plenarsaal geworden, in dem alle möglichen politischen Dinge behandelt werden. Wir durften kurz in eine Sitzung rein, an der aber - wie im deutschen Bundestag - nur sehr wenige teilnahmen. Vielleicht auch verständlich, wenn sich das Thema um Zahnfüllungen dreht... Anschließend waren wir noch in einem Parteiraum, recht spartanisch eingerichtet. Danach ging's ins rote Rathaus, ein sehr hässlicher Kasten, aber wenn man sich nicht nur die Einganshalle, sondern auch die oberen Räume anschaut, wird er gleich schöner, es gibt z.B. auch einen Trausaal mit einem Originalgemälde von Munch. Außerdem viele moderne Malereien, in dem ein Thema immer wieder vorkommt, und das ist natürlich die Besatzung Norwegens durch die Deutschen. Lunch gab es bei Peppe's Pizza, es hieß "All you can eat", ich nahm mir das sehr zu Herzen und aß etwa fünf bis sechs Stück Pizza, Schinken, Salami und vegetarisch. Sehr lecker! Und das beste war - ich war satt, mir war nicht schlecht und alles blieb drin!
Eines von vielen deutschen Details im Rathaus

Stabkirche von Gol


Weiter ging's ins Norwegische Volksmuseum - ein absolutes Muss für jeden Oslo- bzw. Norwegenbesuch! Dort steht z.B. die Originalstabkirche aus Gol im Hallingdal (in Gol steht jetzt eine Kopie) und ich sage euch, drin ist es zappenduster, keine Fenster! An unseren Besuch in der Stabkirche in Heddal vor fast acht Jahren kann ich mich nicht mehr so genau entsinnen, aber da wird es wohl ähnlich gewesen sein. Außerdem gab es noch alte Bauernhäuser mit und ohne Fenster zu sehen sowie eine norwegische Sauna aus dem 16. Jahrhundert. Mathew aus Wales und ich fanden unterwegs heraus, dass wir beide ein eine keltische Sprache können, ich zumindest ein wenig. Mathew ist mit Walisisch als Muttersprache aufgewachsen, Englisch hat er im Kindergarten und aus TV und Zeitung gelernt. Drum hieß es dann "Penaos emañ kont?" auf gut Bretonisch. - Wer herausfindet, was das auf Deutsch heißt, bekommt ein Stück Rocher... :)
Danach hatten wir vier Stunden Freizeit (Gruppe 1 sollte am nächsten Tag nur zwei Stunden haben), in der ich von Anna aus Polen und Zsófi hauptsächlich in sämtliche Schuhgeschäfte Oslos geschleppt wurde, man merkte, dass die beiden in Narvik bzw. Mandal wohnen, wo es nicht gerade sooo viel gibt. Und ihr wisst ja, dass Schuhekaufen bzw. -anprobieren mein absolutes Nichtspezialgebiet ist! Apropos Schuhe, an dem Tag hatte es in Oslo sehr viel geschneit, aber der Schnee verwandelte sich allmählich in Schneeregen und auf den Straßen und Fußwegen schwamm der Matsch, sodass sämtliche Imprägnierung umsonst war. Zugegeben, das war schon ein paar Wochen her für meine Stiefel, dass sie imprägniert wurden, aber so schlimm hätte ich es nicht erwartet, denn meine Füße schwammen dann in den Stiefeln, wie bei vielen anderen auch. Abends trafen sich dann alle zum Abendessen im noblen Restaurant Südöst, so nobel, dass bei den recht handlichen Portionen viele nicht satt wurden, aber für mich hatte es nach dem reichlichen Lunch gereicht.

Aufwärmspiele: Ganz klar, hier wird ein Toaster dargestellt!
Kritischer Blick von Carlos "Reinhold Messner" Bayo
Nach einer gut geschlafenen Nacht war für uns in der Gruppe 2 der Innentag angesagt. Wir haben z.B. mit der Forum Theater Methode Probleme von Freiwilligen dargestellt und dann alle gemeinsam versucht zu lösen. Weiterhin wurde über den YouthPass gesprochen, den man am Ende jedes Freiwilligendienstes ausgehändigt bekommt. Es waren auch noch Mitarbeiter der Nationalagentur BUFDIR zugegen, mit denen man über Probleme im Projekt reden konnte.  Ich hatte keinen Redebedarf, denn bei mir ist seit dem Umzug ja alles in Ordnung. Deshalb zog es mich am Freitagabend dann auch wieder nach Hause zum Solemskogen.

Das Wochenende verbrachte ich nicht in Beitostölen beim Norges Cup, sondern mit meiner Gastmutter Marit, Gastschwester Karianne und Meret (eine Schweizerin, die ein Jahr bei meiner jetzigen Gastfamilie verbracht hatte und jetzt als Freiwillige für ein paar Wochen bei der WM mitarbeitet) bei Hamar bei Marits Mutter, 78 Jahre alt. Ihr ging es nicht so gut, weshalb Karianne schon am Freitag gefahren war. Als wir dann aber da waren, erschien mir Kari (die Großmutter) aber schon wieder recht fit, das ließ zumindest ihr Redefluss erahnen: Ohne Punkt und Komma inklusive ständigem Themenwechsel, aber dennoch ist sie eine sehr nette Dame. Samstagabend fand im norwegischen Fernsehen der Entscheid zum Grand Prix statt, wer Norwegen dabei vertreten sollte. Alle Beiträge waren nicht die Wucht (wenn man sich das schon überhaupt anschaut...), aber der wirklich unmusikalischste, um nicht zu sagen, schlechteste hat dann gewonnen. "Haba haba" heißt er, ab er der Punkt war ja, dass das Lied mehr gesprochen als gesungen und dann noch mit einem sehr einfallslosen Text ausgestattet war.
Am Sonntag habe ich etwas gemacht, was ich schon sehr lange nicht mehr gemacht habe, nämlich bis um 12 geschlafen... War vielleicht etwas zu lang, meinen leichten Kopfschmerzen nach zu urteilen. Obwohl es mehr als 20 Grad minus waren, bin ich dann mit Marit raus zu einem Spaziergang mit traumhaften Sonnenschein. Außerdem durfte ich mit dem Hundeschlitten fahren, der in Hamar auf den oft ungestreuten Straßen als beliebtes Fortbewegunsgmittel genutzt wird. Das hat Spaß gemacht! Aber man merkt auch schnell seine Grenzen, wenn die kalte Luft in den Lungen weh tut.

Heute beginne ich meine erste komplette Bürowoche seit langem. Eigentlich sollte ich auch nur bis Mittwoch arbeiten und am Donnerstag nach Trondheim zum Hovedlandsrennet (Hauptlandsrennen) fliegen, bei dem Junioren im Alter von 14-16 Jahren ihre Geschicklichkeit auf Langlaufskiern unter Beweis stellen müssen. Per sagte mir aber, dass wir von Vidar Löfshus (dem sportlichen Leiter des Herrennationalteams) zum Weltcup nach Drammen abgeordert wurden. Dort sollen wir am Samstag die Distanserennen sekundieren. Beim Sprint am Sonntag wird dies dagegen nicht benötigt.

Bis bald mit neuen Neuigkeiten,
euer Findus (mein neuester Spitzname nach einem meiner zahlreichen Sponsoren auf der Daunenjacke)

Kay (urspr. aus Altenburg), ich und Sophie aus Kärnten

Montag, 31. Januar 2011

Umzug und NM

Kinder, ich kann euch sagen, das war ein Tag heute! Wenn man hormonell etwas unausgeglichen ist, ist der Alltag schon Aufregung genug. Wenn dann aber noch andere Dinge dazu kommen, wird man vollends zum wandelnden Vulkan.
Ich komme also heute Mittag ahnungslos ins Büro, mache den Computer an - und nach ein paar Minuten geht gar nichts mehr. Nur mein schönes Hintergrundbild des Falkensteins leuchtet mir entgegen. Nachdem Per es auch noch einmal probiert hat und ich vorher noch einmal, ging ich runter zum Support (PC-Hilfe) des Sportverbandes. Dort funktionierte das gute Teil dann plötzlich wieder und als ich wieder oben war, funktionierte es wieder nicht. Ich wieder runter, Ausleih-PC bekommen, damit ein bisschen gearbeitet, wieder runter, PC abgeholt, wieder hoch, nichts geht mehr, mehrere Versuche, wieder runter, dort funktioniert er wieder, mit dem Mann vom Support hoch, da funktioniert es auch nicht (ich habe also keine Märchen erzählt) - Schlusspunkt: Ausleih-PC. Ich war nervlich am Ende. Vier Stunden auf Arbeit, aber den Großteil nur mit dem Rechner und seinen Mätzchen verbracht.
Dann habe ich unserer Hauptsekretärin Turid noch beim Sortieren von Rechnungen und Abschicken geholfen, sodass ich dann schlussendlich völlig platt war.
Deshalb musste ich auf dem Nachhauseweg erst mal richtig schön laut Musik hören, "Tie your mother down" (hat nix mit dir zu tun, Mama) und "Tear it up" von Queen.




Zu Hause bei Marit (werdet bald lesen, wer das ist), konnte ich dann etappenweise wieder entspannen. Jetzt geht es wieder ganz gut.

Aber der Reihe nach.
Am Samstag, dem 22. Januar, war Arbeitseinsatz an der Kletterwand im Centrum Athletica angesagt. Das Runterschrauben ging ja noch relativ schnell und war auch einfach, aber dann! Ich habe zusammen mit drei, vier anderen Mädels die Ehre gehabt, die Klettergriffe abzuwaschen, schön in einem großen Bottich mit Essigwasser. Fünf Stunden lang! Dafür gab es zum Lunsj leckere Sushi.






SONNTAG!!!
Das war ein schöner Tag! Denn es hieß: UMZIEHEN! Am 19. waren Per, Kjersti (seine Frau) und ich ja bei Marit zu Besuch gewesen und noch bevor Per zu Hause gewesen war, rief Marit an, um zu sagen, dass sie gerne möchten, dass ich bei ihnen einziehe. Alles ging anschließend ganz schnell: Umzug am Sonntag. Mir hat Packen noch nie so viel Spaß gemacht, ich hatte ja auch Gott sei Dank drei große Gepäckstücke: die Swix-Tasche vom Skiverband, Mamas blauen Koffer und Mamas Trekkingrucksack. Sonntagvormittag rückten Per und ich im Solemskogen an und ich zog bei Marit und Familie ein.
Dort habe ich ein sehr schönes Zimmer mit traumhaften Ausblick auf den See Maridalsvannet und Sauna!!! Die muss ich unbedingt noch ausprobieren.
Zur Familie gehören neben Marit, die mit Pers Frau Kjersti zusammenarbeitet, Björn (ihr Mann), sehr viel beschäftigt, zur Zeit in Ätopien, weiterhin Karianne, Medizinstudentin, Steinar, Physikstudent, wohnt aber außer Haus sowie die Haustiere Timo (Hund) und Julian (Kater).
Jetzt ist es genau umgekehrt der vorigen Wohnsituation. Vorher war ich froh, auf Reisen gehen zu können, weil ich dann nicht zu Hause sein musste. Jetzt würde ich gerne mehr zu Hause sein, weil es hier so schön ist. Man redet miteinander, zeigt Interesse, lacht,... Dinge, die in den letzten Monaten in meiner Wohnsituation nicht selbstverständlich oder besser gesagt, normal waren. Ich weiß zwar, dass es bei mir zu Hause in Deutschland schon besonders ist, in der Familie, aber das war doch schon eine sehr krasse Erfahrung bei Midori. Vielleicht war da auch noch eine Prise Kulturunterschied dabei, wer weiß. Dieses Kapitel ist jetzt abgeschlossen.

Stephan auf der Leiter des Grauens

rostiges Kleinod



Eine Nacht in der neuen Familie geschlafen und am nächsten Tag gleich weiter. Für mich ging es am Montagnachmittag mit dem Flugzeug nach Trondheim, von dort aus wurde ich mit dem Auto bis ins eineinhalb Stunden entfernte Steinkjer mitgenommen. Dort habe ich Stephan und Maritxu (Französin aus dem französischen Baskenland) besucht, die ich beide vom Ankunftsseminar in Selbu kenne. Stephan ist auch mit mir vor Weihnachten von Oslo nach Berlin geflogen, wohnt im Eichsfeld. Bei Stephan gab's dann (nach meinem Wunsch) ganz zünftig Nudeln, die ich hier nur noch recht selten esse. Am Dienstag konnte ich ausschlafen und als Stephan von der Sprachschule kam, sind wir zusammen auf den Hausberg Oftenaasen gestiegen. Abschnittsweise war es aber richtig richtig glatt, die Streusteine waren im Eis eingefroren, am Berghang selbst ging es einigermaßen. Von oben hatten wir dann aber eine richtig schöne Aussicht. Nachmittags hat Stephan mir noch seinen Arbeitsplatz Huze, ein Jugendhaus, gezeigt und wir sind mit seiner Chefin Mariann zum Skistadion hoch gefahren und ich konnte meine liebe Freundin Benthe Asp wiedersehen.

Am nächsten Tag bin ich dann ins Hotel umgezogen und sollte das Zimmer später noch mit Per wechseln, denn ihn störte die Klimaanlage (selber Typ wie im Sporthotel) nicht. Dann bin ich hoch zum Stadion und habe ein bisschen gearbeitet. Abends war dann das erste von vier Teamchefbesprechungen.

Lustig ist die Teambesprechung: Asgeir und Torbjörn "Großvater" Skogstad
Donnerstag war dann der erste Tag der NM, Norwegische Meisterschaft, man kann natürlich auch Nationale Meisterschaft sagen. Auf dem Terminplan standen 10km Klassisch Frauen und 15km Klassisch der Herren. Ich habe das erste Mal richtig mit allem drum und dran sekundiert, also den Läufern auch ihre Platzierung und Zeit zugerufen. Außerdem liefen auch die Handicap-Athleten.
Der König soll auch an diesem Tag da gewesen sein, in einer eigens für ihn errichteten Hütte, aber mir hat er nicht Guten Tag gesagt.

Siegertreppchen: Kristin Störmer Steira, Marit Björgen und Therese Johaug
Am Freitag war Sprinttag. Ich hatte Per ja gebeten, dass ich neben meiner Büroarbeit mit den Punktelisten draußen im Stadion mithelfen kann. Darum war ich dann beim Sprint mit bei den Freiwilligen, um den Läufern die Transponder abzunehmen, zumindest denen, die sich nicht für die nächste Runde qualifiziert hatten.
Daher kann ich nun sagen, dass ich viele Langläufer (und Nordische Kombinierer) zwar nicht persönlich, aber immerhin am Bein getroffen habe!
Links Zeitnehmer Daniel aus Leipzig
Ich wurde dann auch noch mit einem der Zeitnehmer der Firma Siwidata (Italien, Südtirol) bekannt, der aus Leipzig kam, Sachen gibt's! Als ich meinte, dass ich nach den Monaten hier gemerkt hätte, dass es in Dresden eben doch am schönsten ist, kam dann allerdings nur ein mürrisches "hm" à la "Mei Leibzsch lob ich mir!"... Er hat auch lange Zeit in Südtirol gewohnt, nicht weit vom Sellajoch, lieber Papa, irgendwo bei St. Ulrich und Wolkenstein.

Zehn Minuten später kam schon wieder der blaue Himmel durch...
Samstag liefen die Frauen 15 und die Männer 30km.
Es war aber vor allem der Tag mit dem merkwürdigsten Wetter, anhand dessen man das berühmte typische Tröndelagwetter sehr gut ablesen konnte. Wetterwechsels aller zehn Minuten, Regen, Schnee, Sonne, Nebel, Schneesturm, Hagel, usw.
Vidar (rechts in Rot) und ich in Aktion.
Als die Männer ihr Rennen hatten, war ich mit Per und Vidar (Verantwortlicher für die Herrennationalmannschaft) draußen an der Strecke, um den Läufern zu trinken zu geben - das war aufregend! Und vor allem gar nicht so leicht. Aber wenn man sich ruhig hinstellt, die Flasche mit den Fingerspitzen am Hals festhält und möglichst noch den Namen des Läufers ruft, klappt es meistens. In den ersten Runden kamen Eldar Rönning und Martin Johnsrud Sundby immer sehr dich hintereinander, sodass Vidar immer dem ersten von beiden und ich dem zweiten zu trinken gab. Bei Öystein Pettersten ist die Flasche dann einmal aus seiner Hand gefallen, weil er sie nicht mit beiden zu fassen bekam, aber Per stand glücklicherweise noch weiter hinten und konnte ihm noch etwas geben.
Wikinger auf dem Klo


Trubel im Startareal
Am letzten Renntag fand der Staffelwettbewerb statt. Die Staffeln bestanden jeweils nur aus drei Läufern, da viele Klubs Probleme hätten, ganze vier Läufer für eine Staffel aufzutreiben. Marit Björgen, die Gewinnerin aller vorherigen Damenrennen, war diesmal nicht dabei, da der Rognes IL (IL=Idrettslag=Sportmannschaft) eigentlich nur Marit als mögliche Staffelläuferin hat. Petter Northug war auch nicht dabei, er kränkelte ein bisschen und so wurden die großmundigen Artikel in der eigens eingerichteten NM-Zeitung nicht ganz Wirklichkeit, dafür lag der Fokus aber etwas breiter als nur auf der Person Petter Northug.
Dort war ich auch wieder mit den Transpondern beschäftigt, sowohl dran- als auch abmachen. Nicht ganz einfach, dabei immer die Übersicht zu behalten, wer gerade eine Etappe hinter sich hatten und wer noch gehen sollte, weil entweder die Startnummer verdeckt war oder manche so schwer atmeten, dass man dachte, sie wären schon gelaufen und würden es nicht erst noch.
Anbei (vor allem) ein Hörbeispiel, als Johan Kjölstad (ihn habe ich besonders gern, weil er am gleichen Tag Geburtstag hat wie ich) als letzter Läufer der späteren Gewinnerstaffel des Klubs Skogn IL das erste Mal ins Stadion einlief:

Am Nachmittag sind wir dann zum Bahnhof gebracht worden und mit dem Zug bis zum Flughafen Vaernes von Trondheim gefahren. Gestern war ich dann schließlich erst um 23 Uhr zu Hause, aber mit dem Bus wäre es sicherlich noch später geworden, glücklicherweise hatte uns Pers Sohn Vegard fahren können.

Am Mittwoch geht die lustige Reise gleich weiter. Abends treffen sich Trainer, Begleiter und Athleten des Langlaufs, Skispringens und der Nordischen Kombination im Hotel am Flughafen, um noch alls für den Nordischen Juniorenwettbewerb zu besprechen. Denn am Donnerstag fahren wir alle zusammen mit dem Bus nach Örnsköldsvik an der schwedischen Ostküste, wo sich Athleten aus Norwegen, Schweden und Finnland zum sportlichen Wettstreit treffen.

Bis bald,
eure Henni

P.S.: Bald gibt's mehr Info zu Haus und Bewohnern.

Freitag, 21. Januar 2011

Nach uns das Siechenhaus!

Ich werde jetzt nicht damit anfangen, dass es schon eine Weile her ist, dass ich zuletzt einen Eintrag hier verfasst habe...
Nein, ich gebe euch stattdessen einfach einen Überblick, was in der letzten Zeit so alles passiert ist.


1) In meinem letzten Eintrag schrieb ich ja, dass ich im Sporthotel des Olympiastützpunktes übernachten sollte - nie wieder! Denn ich erwischte natürlich das Zimmer mit der lautesten Klimaanlage (das konnte ich später noch herausfinden), welche sich nämlich nicht nur im Bad, sondern auch im Zimmer selbst befand. In dieser einen Nacht ging meine Anzahl Schlafstunden gegen 0, wenn euch die Unendlichkeitsrechnung noch was sagt. Dank dem lieben Per konnte ich in der zweiten Nacht aber im Thon Hotel nächtigen, welches sich gleich bei uns am Ullevaal Stadion befindet. Da war es ruhig!
Schön war es auch bei Kristine, ihren Kindern und Mann Claude, wobei ich mir eingestehen musste, dass mein Französisch zumindest im mündlichen Bereich doch wohl beträchtlich eingeschlafen ist. Claude hat sich trotzdem gefreut, wenigstens ein paar muttersprachliche Wörter zu wechseln.

2) Die anschließende Woche war kurz, denn am Donnerstag ging es gleich nach Savalen im Österdal. Auf der Fahrt dahin kam ich mir so vor, wie sich viele in Deutschland Norwegen vorstellen: So gut wie keine Menschen und alles "Ödmarka", wie der Norweger sagt. Man konnte kaum glauben, dass in ganz Norwegen durchschnittlich ganze 15 Menschen auf einem Quadratkilometer leben sollen!
In Savalen wohnten wir dann in - na, natürlich einem der zahlreichen norwegischen Berghotels, diesmal sogar einem Spa-Berghotel. Ich wohnte noch mit drei anderen weiblichen Mitbewohnerinnen in einer Spasuite, also mit Sauna und Whirlpool, wobei ich ersteres nicht ausprobieren konnte. Der Whirlpool, norwegisch "bobblebad", tat's auch. Skitechnisch gab es dort nicht nur den Norges Cup, sondern auch die ersten Rennen des Scandinavian Cup zu bewundern, die anschließend in Schweden, Estland, Lettland und Finnland weitergehen.
Im schönsten norwegischen Wintersturmwetter kämpften wir uns dann nur durch ein paar Staus unterbrochen bis nach Oslo zurück. Da war es wohl von Vorteil, dass das Rennen an diesem Tag aufgrund von -26°C ausgefallen war.

3) Und ich zitterte um meine 15kg-Gepäckgrenze bei RyanAir. Denn ich hatte ja einen Flug nach Berlin und zurück ergattert, der mich nur umgerechnet 12€ kostete, drauf kamen aber noch rund 50€ für's Gepäck à 15kg. Meine Freundin Bianca hatte mich schon mental darauf vorbereitet, dass sie zumindest am Flughafen Rygge-Moss bei Oslo sehr sehr sehr genau sind mit Übergepäck. So konnte ich in der Nacht vor meinem Nachhauseflug kaum ein Auge zu tun, andererseits habe ich tausendmal besser geschlafen als im Klimaanlagenrumorzimmer des Sporthotels...
Bus geschafft, gut in Rygge angekommen - und siehe da: Es waren nicht einmal annähernd 15kg, sondern nur schlappe 14,1kg. Mir fiel trotzdem ein Stein vom Herzen, was ich vor der Schalterbeamtin durch lautes Aufatmen auch nicht verbergen konnte.
Schön war auch noch, dass ich in der Wartehalle Stephan aus Steinkjer traf, den ich vom Ankunftsseminar in Selbu kannte und den es nun auch in der Weihnachtszeit ins heimische Eichsfeld zog. So war ich wenigstens nicht allein, um für den planmäßigen Flug zu beten - im Vorfeld hatte ich ja schon Blut und Wasser geschwitzt und jeden Tag die Flugannulierungsliste durchgearbeitet, aber in Rygge war so wenig Schnee, da wären sie sogar in Frankfurt am Main damit zurecht gekommen. Berlin-Schönefeld war auch nicht im vollständigen Chaos, das betraf größtenteils die Inlandsflüge. Auf den deutschen Autobahnen herrschte trotzdem ein so großes Chaos, dass mein Papa mich nicht abholen konnte, aber mein tapferer Um-viele-Ecken-Onkel Matthias kämpfte sich ganze drei Stunden durch den Berliner Chaosverkehr zum Flughafen durch und wir gelangten nach weiteren zwei Stunden dann in Glienicke bei seiner Frau Waltraud an, wo ich nächtigen durfte. Am nächsten Tag ging mein Zug nach Dresden ohne Probleme, holte die anfängliche Verspätung sogar noch auf, sodass mein Muttchen zu spät am Bahnsteigwar. Zum Glück hatte ich mir das Zugticket nicht am Schalter holen wollen, sondern gleich im Internet gekauft, in Berlin war am Schalter die Hölle los!

Nun, das alles war nebensächlich, als ich endlich zu Hause war. Und es tat SO gut, das kann ich euch versichern! Nachdem ich doch in meinem Osloer Heim ziemlich unglücklich war, tat es sehr gut, sich einfach fallen zu lassen. Ich wusste mir auch meine Freiräume zu schaffen und nicht jeden Tag zwischen Verwandten und Freunden hin und her zu pendeln.

4) Aber alles hat auch ein Ende, zumindest ein vorläufiges. Erst mal sollte es ja wieder zurück nach Oslo gehen, damit meine Eltern mich auch dort besuchen konnten. Trotz Schneesturms in Rygge kam mein Flugzeug überpünktlich und Per musste seinen PC gleich wieder zuklappen - er wollte ja die Wartezeit ganz schlau ausnutzen und arbeiten... :) Aber es war sehr schön, dass er mich abgeholt hat, so konnte ich noch ein bisschen auspacken und mich für das nächste Skirennen in Aal vorbereiten. Übrigens scheint man in Berlin bei RyanAir nicht alles auf die (Gold)Waage zu legen, mein Gepäck hatte durch die zahlreichen Süßigkeiten ein stattliches Gewicht von 15,1kg!
Aal verlief dann relativ ruhig. Wir wohnten in einer schönen, frisch restaurierten Hütte im Wald und ich war schwer beschäftigt mit dem Aufstellen der Punktelisten für dieses erste Junioren Norges Cup Rennen, denn dort galten nicht wie bei den Senioren nur die Kategorien Senior und U23, sondern 19/20 Jahre, 18 und 17, je Männer und Frauen.

Auch behinderte Athleten waren am Start

Unsere Waldhütte


5)Die Aufregung hatte mir etwas auf den Magen geschlagen, aber ich konnte meine Ellis am Montag glücklich am Hauptbahnhof in die Arme schließen. Ein kleiner Koffer war nur mit sächsischen Köstlichkeiten gefüllt, die dann unters (Ski)Volk verteilt werden sollten.
MONTAG - Ankunft, Papa schläft sich von der Nachtschicht ein wenig aus, Mama und ich schauen uns die Begehung der Eternal Flame am Nameless-Tower in Pakistan durch die Huberbrüder an. Abends Restaurantbesuch im "Albertine" auf der Aker Brygge, wo Mama ihren Freund André traf, oder zumindest sein norwegisches Pendant, welches bezeichnenderweise Henrik hieß...
Mama und Fast-André Henrik


Die Ra II

Die Kon Tiki
DIENSTAG - Vormittags kam Familie Anders nur schwerlich aus den Federn, nach dem Spätstück ging es zur Besichtigung von Hennis Arbeitsplatz im Ullevaal Stadion, wo man Per, John Olav und ein paar andere begrüßte. Warten auf Staale, der versprochen hatte, sich brav zu benehmen. Er steckte im Stau, aber zum Schluss konnte er Mama und Papa noch die Hand schütteln, bevor wir uns ins Kon-Tiki-Museum aufmachten. Dort standen noch die Original"schiffe" von Thor Heyerdahl, Ra II und die Kon Tiki. Nur Ra I war beim ersten Versuch kaputt gegangen und ein anderes Schiff wurde aus Protest im persischen Golf verbrannt. Nach dem Museumsbesuch schlitterten wir noch ein bisschen an der Nase (nes) von Bugdöy, Bygdöynes, herum und dann bummelten wir ein bisschen durch die Stadt. Gegessen wurde in einer Einkaufspassage an der Karl Johan.

MITTWOCH - Der Tag, der meinen Kollegen vom Alpin Recht geben sollte, dass man auf Zahnstochern nicht Ski fahren kann.

Vormittags schlitterte Familie Anders auf und vom Operndach herunter, um sich dann für eine Skitour mit Per klar zu machen. Vor der Skitour bekam Per noch einen Stollen mit passendem Likör geschenkt. Dann ging's hoch zum Frogneseteren in der Nähe des Holmenkollens. Die Ski benötigten mehrmals noch eine Portion Festwachs, denn es waren um die 0°C, eine sehr schwierige Wachssituation. Mama stiefelte schon vorneweg im "fiskebein"-Schritt, ich hinterher. Dann drehte Mama um, um sich noch Wachs auf die Skier geben zu lassen, denn sie hatte anfangs keins benötigt. Ich ging also bis hoch und wartete an der Kreuzung. Plötzlich klingelte das Telefon in meinem Trinkgürtel (Weihnachtsgeschenk von Per) und Per sagte mir: "Dein Vater ist gerade dabei, sich die Beine zu brechen." Und auch wenn es ein Klischee ist, es gibt tatsächlich dieses Gefühl, welches einem schon vorher sagt, dass etwas passiert sein muss. Per meinte später, ich sei noch nie so schnell einen Berg herunter gefahren.

Um es im Rückblick mal kurz zusammenzufassen:
Das Schlimmste: zu sehen, wie Papa höllische Schmerzen hat
Im Eifer des Gefechts: Vertausch von Pers Skiern und einer nicht beteiligten Person
Es kam doch ein Krankenwagen und wir mussten Papa nicht selber fahren
Die Sanitäter waren allesamt sehr nett und ich habe geheult wie ein Schlosshund. Zitat Mama: "Wie das Leid von Mütterchen Russland persönlich" Zitat Per: "Blitzeis am Frogneseteren durch massenhaft aufgetretene Tränenflüssigkeit"
Ich mit im Krankenwagen, um zu dolmetschen

Ziel war dann das sogenannte Ahus, Kurzwort für das Akershus universitetssykhus (sykehus = das mittelalterliche Siechenhaus???), welches nicht mehr in der Oslo Kommune, sondern in der Akershus Kommune liegt und seit seiner umfassenden Renovierung und Erweiterung das modernste Krankenhaus Norwegens, wenn nicht sogar Skandinaviens darstellt. Dorthin kommen alle Deutschen, die in Oslo oder Akershus ins Krankenhaus müssen. Unser Glück, fand ich. Denn auch wenn es ein Stück außerhalb war, bis auf die Rezeptionisten machten wir die Bekanntschaft vieler netter Menschen. Viel Personal, nettes Personal, ein Arzt, der sich nicht mit Dr. Sowieso vorstellte, sondern schlicht und einfach sagte, er heiße Frode. Englisch wurde gesprochen, teilweise deutsch. Papa wurde geröntgt und es stellte sich heraus, dass sowohl das Schien- als auch das Wadenbein gebrochen waren, was laut Arzt Frode mit physikalischen Kräften ganz einfach geschieht, weil die Membran zwischen den beiden Knochen wie ein Kabel die Wucht weitergeleitet hat. Operation noch am selben Abend. Papa bekam nach der OP auch gleich ein Nachtmahl.

Abends fand aber auch das geplante Abendessen im "D/S Louise" auf der Aker Brygge statt, mit Mama, Per, seiner Frau, Kristine und mir.

DONNERSTAG - Vormittags ab ins Ahus, dort konnte Papa sich inzwischen klar an den Unfallhergang erinnern: Linker Ski schräg im Fischbeinschritt, rechter in der Spur, der rechte rutschte Weg unter den linken, Papa fiel nach hinten um, der rechte Ski war wie festgetackert und dann folgte der Bruch.
Nachmittags die Papa-Memoriam-Skitour, also die am Mittwoch geplante, mit Per vom Frogneseteren zum nahe des Quartiers gelegenen Sognsvann.
Abends bin ich zur Vorstandssitzung der Klettegruppe gefahren, um meine Pflichten als Vorstrandsmitglied wahrzunehmen, hoho! Dort bekam mein lieber Freund Kjell von mir nachträglich zu Weihnachten einen Sächsische Schweiz Kletterkalender geschenkt, damit er auch nicht vergisst, mich mal zu besuchen. Vielleicht wird die Klettertour ins Sächsische ja auch Wirklichkeit, mal schauen.




FREITAG - wieder Ahus, dann wollten Mama und ich eigentlich ins Munchmuseum, welches aber bis zum 20. Januar wegen Ausstellungsumbauarbeiten noch geschlossen war, wir haben uns dann stattdessen die Gewächshäuser des botanischen Gartens zu Gemüte geführt.
links in blau Kjell, ich beim Wiedersehensgespräch mit meinem Trainer der ersten Stunde: Rune
Abends war Boulderversammlung im Centrum Athletica auf der Akersgata, wobei ich mich nur an kleine Boulder heranwagte und nicht wie die üblichen Verrückten an der überhängenden Wand. Danach gingen wir alle ins Studentenlokal "Waldemar's" essen - echt studentisch, man muss sein Gegenüber also anschreien, um sich zu verstehen.

Der "Bacchus"-Burger

Mama und ihr Klippfisk
SAMSTAG - Ahus, wie üblich, dann eine Stadtrundfahrt mit Bus, U-Bahn und Straßenbahn. Gegessen wurde in den Domarkaden im Café "Bacchus". Danach wollten wir erkunden, ob man vom Frogneseteren noch einen schönen Ausblick auf die Stadt erhaschen kann, aber da hätten wir schon auf die Holmenkollenschanze gemusst, um über den dichten Wald hinweg zu sehen.

Nationaltheatret


SONNTAG - Zusammenpacken, noch mal ein Versuch am Frogneseteren, angesichts des Nebels war die Aussicht aber eher spärlich, ins Ahus, von wo Mama und Papa dank der ADAC+ Versicherung mit dem Taxi abgeholt wurden und mit allem drum und dran gut nach Hause kamen.
Jedoch nicht, ohne etwas zu vergessen, wie die Mama eben einige Papiere bei mir vergaß, die ich nur durch Zufall diese Woche entdeckte.
Wie ich hörte, wollte der Herr A. sich dann nicht hinlegen im Auto, prompt folgt die Entzündung, vielleicht war es da ganz passend, dass er im Freitaler Krankenhaus auf der Kinderstation lag. Und er wird sich sicher nach dem guten Ahus-Essen gesehnt haben, ich weiß ja aus eigener Erfahrung, dass dies in Freital nicht unbedingt das Schmackhafteste ist.


Für mich hieß es dann, sich wieder in den Alltag einzufügen, im Büro wieder in den Trott zu kommen und eventuelle Heimwehanflüge mit ganz viel Arbeit zu bekämpfen, was mir durch eine ellenlange Transponderliste und eine Namensunterschiedsliste auch gelang. Diese letzte Liste ist so zu erklären, als dass wir in Aal am letzten Renntag noch stundenlang bei den Zeitnehmern saßen, weil die Namen von sage und schreibe 218 Athleten in der FIS und emit (norwegische Zeitnehmerfirma) Datenbank nicht übereinstimmten. Ich durfte diese Namen also alle ver- und wieder angleichen. Dabei ist mir dann wieder einmal aufgefallen, dass die Norweger mit ihren Mutters- und Vatersnahmen selbst nicht zurecht kommen. Ich würde da ja auch Henrike Hebenstreit Anders heißen. In der Datenbank müsste dann stehen: Anders, Henrike Hebenstreit und eben nicht Hebenstreit Anders, Henrike.
Russisch Brot und Kokos Russisch Brot verschwand im Büro innerhalb von zwei Tagen und Staale bekam ein paar edle Tropfen in Schokolade geschenkt. Später versuchte ich ihn dann sporadisch mit ein paar Toffifees zu besänftigen, als er sich über sein neues Telefon ärgerte.
Im Büro wird jetzt alles für die Nationalen Meisterschaften oder Norwegischen Meisterschaften (NM) in Steinkjer bei Trondheim vorbereitet. Ich fliege bereits etwas eher, um Stefan und seine Mitbewohnerin Maritxu aus Frankreich zu besuchen.

Am Mittwoch passierte dann auch noch etwas sehr Schönes: Per, seine Frau Kjersti und ich fuhren zu einer Familie, in die ich bereits am Sonntag umziehen werde! Wir haben uns gleich sehr gut verstanden. Mehr dazu werde ich später erzählen. Es wird sicher sehr spannend, aber auch für die Eingewöhnung müssen wir uns wieder Zeit geben. Ich bin jedenfalls sehr froh darüber und freue mich sehr. Meine neue Adresse wird dann per Mail zugestellt. Wer sie dennoch nicht kriegt, kann mich ja z.B. über meine Eltern kontaktieren.

Bis bald dann,
eure Henni