Da bin ich wieder! Diesmal aus Kristiansund.
Tja, wo soll ich eigentlich anfangen? Zum ersten: Wenn ich wieder in Oslo bin, werde ich sicher nicht mehr so oft und so viel schreiben, weil im Büro sicher nicht jeden Tag etwas Weltbewegendes passieren wird. Also keine Angst, dass ihr zu viel lesen müsst... Zum zweiten: Nein, ich jage den mehr oder minder berühmten Athleten nicht hinterher, das würde ich mir gar nicht trauen, aber Per ergreift gerne die Initiative und da lasse ich ihn machen. Ein schönes Foto kommt ja dann meistens dabei heraus, siehe Öystein und Anders.
Wettkampftag 1 in Aure, 11.8.: Keiner hat was von der Eröffnungszeremonie mitbekommen, außer die, die Norwegisch sprechen und das sind bei internationalen Veranstaltungen ja bekanntlich nicht alle. Los ging's mit den 24 und 17km Distanzrennen im Massenstart sowohl für den Weltcup im Rollski als auch für die Toppidrettsveka, die im Grunde eher eine Spaß- und Trainingsveranstaltung ist. Ich saß mit Martins Niklass aus Lettland im offenen Kofferraum des Wagens, der den Athleten des Weltcups vorausfuhr und auf einer 2km langen abfallenden Strecke haben diese auf ganze 65km/h beschleunigt! Gewonnen hat bei den Herren der Gesamtweltcupführer Anders Svanebo aus Schweden. In der Toppidrettsveka konnten Marit Björgen (NOR) und Marcus Hellner (SWE) die Rennen für sich entscheiden und Öystein "Pölsa" Pettersen rettete die norwegische Ehre mit einem dritten Platz, denn für Petter Northug war es doch eher Training als Wettkampf, weshalb dieser sich Zeit ließ.
Wettkampftag 2 in Aure, 12.8.: Freier Tag für die Weltcupleute, während die anderen Athleten sich auf einen 38km Offroad-Radtrip begaben und die Kinder eine kleinere Runde auf dem Rad fuhren. Später ging's dann noch auf einen 1,5km Sprint, den Petter Northug und Ida Ingemarsdotter (SWE) für sich entschieden.
Heute, Kristiansund, Tag 1: Der heutige Tag startete mit einer Besprechung und wurde dann von seitens einiger Teamchefs der Weltcupathleten mit äußerster Heftigkeit durchgeführt, wobei ich die Geduld des lettischen FIS-Gesandten bewundert habe (und bewundere). 14h30 ging das Programm los mit einem 200m-Lauf für die 4-10jährigen und einem 3km-Lauf für die Athleten der Toppidrettsveka. Abends kam dann noch der Sprint im Rollskiweltcup, bei dem aufgrund des später einsetzenden Regens einige Änderungen vorgenommen werden mussten und es ziemlich kalt wurde. Da dachte man wehmütig an Aure mit (fast immer) Sonne und (fast) nie Regen. Tim Tscharnke hat beim 3km-Lauf das Podium wie zwei Tage zuvor Tobias Angerer nur knapp verpasst, was ein bisschen schade ist. Aber Evi Sachenbacher-Stehle (oder wie der Norweger sagt: Sakenbakcher-Stehle) wurde Dritte bei den Damen.
Morgen geht's noch zum 18km Jagdrennen und für den Weltcup in den 200m-Sprint. Danach geht es Richtung Oslo zurück.
Anbei ein paar Impressionen der vergangenen Tage:
Teamkapitänbesprechung des Weltcups
Marit Björgen und ich
Thomas Alsgaard und ich (er war früher Profilangläufer und arbeitet jetzt für den Fernsehsender NRK als Experte)
Martins' Blick aus dem offenen Kofferraum auf die Weltcupathleten
Marcus Hellner kommt als Sieger ins Ziel, Zweiter wird Johan Olsson
Öystein "Pölsa" Pettersen
Leider knapp am Podium vorbei: Tobias Angerer wird Vierter
Benthe Asp (freiwillige Mitarbeiterin im Langlaufkommitee und kurzzeitige Mitbewohnerin) und ich
Martin Koukal (CZ)
Petter Northug setzt zu seinem berühmten Endspurt an
Björn (Rennleiter) und Haavard (Veranstalter)
Äußerst vorteilhaftes Bild von Haavard und mir
Das norwegische (Roll)Skiteam in Kristiansund
v.l.n.r.: Charlotte Kalla (SWE), Therese Johaug (NOR) und Evi Sachenbacher-Stehle (GER)
Nur am Rande: Was mir bei einigen norwegischen Mitmenschen etwas missfällt, ist, dass sie gerne Klodeckel und -brille aufgeklappt lassen, weniger unschön ist, dass viele das Licht anlassen, auch mitten in der Nacht, der Strom ist ja eines der wenigen billigen Dinge hier.